Lehm ist ein natürlicher Baustoff der im ökologischen Bauen wieder zunehmend an Bedeutung gewinnt. Er schafft ein gesundes Wohnklima und wird schon seit über 9.000 Jahren als Baustoff genutzt.
In unserem Workshop erklärt uns Baubiologe Stephan De Bona in einer anfänglichen Theorieeinheit, auf was man beim Lehmputz achten darf, auf welche Zusammensetzung es ankommt und welche Arten des Lehmbauen es gibt.
Theorie:
- Lehmfachwerk: Aufbau, Wirkungsweise und die Frage, ob und wann Lehm außen sinnvoll ist
- Außen verputztes Fachwerk: entscheidende Details bereits beim Ausmauern
- Welche Außenputze wirklich langlebig und nachhaltig sind – und warum?
- Kalk ist nicht gleich Kalk: Unterschiede zwischen Sumpfkalk, Luftkalk, hydraulischem Kalk und Marmorkalk
- Putzfestigkeiten, Zusammensetzung und typische Fehlanwendungen
Industriekalk, Zusatzstoffe und Greenwashing in der Putzindustrie
- Nachhaltige Anstrichsysteme für Außenputze
- Silikatfarbe: warum der Begriff allein nichts aussagt und wann sie wirklich Sinn macht
- Fertige Kalkfarben auf Außenputzen – Möglichkeiten und Grenzen
Praxis:
Im Workshop geht es um das praktische Arbeiten mit Kalk im Fachwerk: Welche Werkzeuge man zum Putzen und Streichen braucht, wie lehmsteinausgefächte Gefache richtig vorbereitet werden und was es mit Kalkmilch als Grundierung auf sich hat.
Wir probieren Eigenmischungen von Kalkputzen aus, sprechen über Rezepturen, Zuschläge (z. B. Stroh, Hanf, Haare) und die Bedeutung der Korngrößen. Außerdem wird gezeigt, worauf beim Anrühren anwendungsfertiger Kalkputze zu achten ist.
Gemeinsam werden Grund- und Feinputz aufgetragen, inklusive der kritischen Übergänge zum Holzfachwerk (Kellenschnitt, Abkleben etc.). Ergänzend werden die Frescaltechnik mit Sumpfkalk, das Mischen von Pigmenten sowie das Streichen von Kalkfarben auf Kalkputz behandelt.
Abschließend klären wir die Frage im Fachwerk: erst Holz streichen oder erst putzen?
Ob alle Themen gleich ausgiebig behandelt werden können, zeigt sich vor Ort – die Schwerpunkte setzen wir gemeinsam.